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Einführung von Großbuchstaben

4. März 2010

Nachdem die Vokale und die stimmhaften Konsonanten als Kleinbuchstaben eingeführt sind, kommen wir jetzt zu den entsprechenden Großbuchstaben (die Fingerzeichen ändern sich nicht). Wie Katrin Rabanus in ihrem Buch schreibt, geht das recht problemlos, weil die Großbuchstaben allgegenwärtig und von der Optik her bekannt sind. Wo die Form der großen sehr von den kleinen „Brüdern“ abweicht, habe ich sie noch mal gesondert üben lassen. Das geht ziemlich gut mit diesen Ausmalbildern oder dieser Nachspur- Buchstabenkartei.

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Fortschritte mit der Fingerzeichenmethode

7. Februar 2010

Langsam, aber stetig setzen sich die ersten Buchstaben mit Fingerzeichenunterstützung fest. Wir haben jetzt die 5 Vokale und die stimmhaften Konsonanten durch und können kleine Silben und ein paar „vernünftige“ Worte bilden.  Weitere Buchstaben will ich erst einführen, wenn diese richtig sitzen und angewandt werden können. Ich spüre aber schon, dass sich  vor allem bei Rita langsam ein Verständnis dafür entwickelt, wie ein Wort sich aus Lauten zusammensetzt – und darum haben wir jetzt mit anderen Methoden jahrelang gerungen!

Zur Einführung habe ich jeweils laminierte Nachspurkarten erstellt, die wir immer wieder benutzen können. Ich stelle fest, dass einige Teilnehmer fast unüberwindliche Schwierigkeiten haben, die Buchstaben in der Größe zu unterscheiden und richtig in die Zeilen einzuordnen. Vermutlich hilft da nur Üben. Meine Befürchtung, dass sie sich nach einer Weile langweilen könnten, hat sich bis jetzt nicht bewahrheitet.

Ich habe jede Menge Buchstabenkärtchen erstellt und in Kästchen einsortiert, auf deren Deckel das jeweilige Fingerzeichen zu sehen ist. Ich lasse die Teilnehmer dann auf Setzleisten Silben und Wörter legen, die wir unter Einsatz der Fingerzeichen erarbeitet haben und dann abschreiben. Lukas stecke ich einen dicken Marker zwischen die Finger, stabilisiere mit der einen Hand seinen Ellenbogen und führe mit der anderen seine beim Schreiben. Auch wenn er niemals alleine schreiben können wird, macht ihm das einen Riesenspaß und ist er auf sein Werk stolz wie Oskar. Ich hoffe, dass ihm das auch hilft, durch sensorische Rückmeldung ans Gehirn die Form der Buchstaben zu verinnerlichen. Leider ist sein Talker immer noch nicht nutzbar, so dass ich sein Verständnis von dem, was wir erarbeitet haben, schwer kontrollieren kann.

Einstieg

7. Januar 2010

Heute war das erste Treffen im neuen Jahr, und die Teilnahme war mager, weil einige noch im Urlaub sind.

Lukas war  zum ersten Mal dabei, und wie so oft, ist sein Talker wieder mal defekt und ihm damit die Sprache „abgedreht“ – eine ziemlich brutale Sache. Wenn man sich da mal reinversetzt, versteht man seinen Frust.

Die Vorgehensweise mit den Fingerzeichen ist natürlich für ihn eigentlich nicht passend, aber ich muss ihn irgendwie in diese Lerngruppe integrieren, weil ich nicht noch einen Kurs eröffnen kann. Wenn er  verstehen will, was wir machen, muss er sie mitlernen, auch wenn er sie weder zeigen kann noch den dazugehörigen Laut sprechen.

Also habe ich die anderen Teilnehmer heute gebeten, die Zeichen zu den gelernten Lauten zu zeigen und habe sie dabei fotografiert . Die Bilder will ich dann zu Talkersymbolen für Lukas umarbeiten, damit er sie, wenn wir damit arbeiten, anklicken kann. Die Wiederholung hat übrigens gezeigt, dass in den Weihnachtsferien schon wieder einiges vergessen wurde……

Dann habe ich ihm die Buchstaben in die Hand geschrieben und die anderen zuschauen lassen und den Laut dazu sagen. Anschließend  haben wir an der Tafel Silben gebildet und erlesen und er hat zugeschaut. Geschrieben haben wir nichts, denn in der Zeit wäre er ganz ohne Beschäftigung gewesen ohne seinen Talker. Ich werde jedenfalls meine ganze Kreativität brauchen, um ihn überall mit einzubeziehen.

Buchstabenplätzchen und Aussichten fürs nächste Jahr

10. Dezember 2009

Buchstabenplätzchen haben wir heute gebacken, wie letztes Jahr auch. Ich hatte schon wieder vergessen, wie anstrengend das ist…..Nächstes Mal feiern wir dann Jahresabschluss mit einem „Buchstaben-Café“, und anschließend kann, wer will, noch Weihnachtskarten basteln und schreiben, und dann sind Weihnachtsferien…..

Im neuen Jahr werde ich dann im Anfängerkurs einen neuen Teilnehmer  haben. Lukas ist Tetraspastiker, kann nicht sprechen und kommuniziert mit einem Talker – einem kleinen Computer mit Sprachausgabe, den er mit zwei Kopftastern als Maus bedient. Und er möchte furchtbar gerne lesen lernen. Das wird ein Abenteuer und viel Arbeit, aber ich will ihm diese Chance geben, die für ihn vielleicht irgendwann auch die Möglichkeit einer beruflichen Integration eröffnen kann.

Jetzt lernen wir mit „Kochbuch“

19. November 2009

Vor einiger Zeit bin ich auf das “ Kochbuch  fürs Lesen“ von Katrin Rabanus gestoßen, die mit ihrer Hasenschule schon vielen hoffnungslosen Fällen das Lesen beigebracht hat. Da mir ihr Vorgehen sinnvoll erschien, habe ich beschlossen, die Methode mit meinem Anfängerkurs auszuprobieren. Ich hoffe, damit auch Rita und Ursula noch mal eine Chance zu geben, sich Buchstaben zu merken. Rainer kann so vielleicht noch die kleinen Buchstaben lernen – in diesem Lehrgang wird mit den kleinen Buchstaben angefangen.

Die Methode verwendet die Fingerzeichen nach Koch. Die Vokale werden zuerst eingeführt, dann die stimmhaften Konsonanten. Am Anfang wird nur auf die reine Lesetechnik Wert gelegt, die Sinnentnahme  erfährt erst Interesse, wenn die Technik beherrscht wird. In unserem Kurs sind wir jetzt mit den Vokalen durch und heute beim M gelandet. Bis jetzt machen die Teilnehmer begeistert  mit; ich werde über Erfolg und Mißerfolg berichten.

Druckschrift für Arbeitsblätter

8. November 2009

Lange habe ich nach einer Freeware -Schriftart für den PC gesucht, die der Druckschtrift entspricht, die meine Schüler schreiben – heute habe ich eine zum kostenlosen Download gefunden. Einen herzlichen Dank an den Autor von Grundschulmaterial online!

Kleiner Tipp: Es ist kein Problem z.B. für Schablonen die Buchstaben sehr stark zu vergrößern. Einfach die Schriftgröße in Ihrem Schreibprogramm markieren, eine beliebige Zahl (z.B. 500) eingeben, Entertaste drücken. Die voreingestellten Schriftgrößen sind nicht die Endstation!

Equipment

6. November 2009

Nachdem ich neulich gebeten wurde, mal ein paar Tipps zu geben, fang ich mal mit der „Ausrüstung“ an.

Für die Teilnehmer hat sich ein Ordner zum Abheften der Arbeitsblätter bewährt. Hat man ihn vergessen, kann man Blätter später noch abheften; ist er überfüllt, kann man ihn abspecken. Die Ordner haben vier Ringe – man braucht also unbedingt einen passenden Locher. Blätter mit 2 Löchern reißen  erfahrungsgemäß leicht aus.

Eine mobile Tafel hab ich mir aus einem großen Stück stabiler Pappe und Tafelfolie gemacht. Da wir keinen festen Schulraum haben, kann sie so einfach an einen Nagel an der Wand gehängt und nachher wieder abgenommen werden.

Wichtig sind Bleistifte, Filzstifte und Gelstifte in vielen Farben. Meine Teilnehmer lieben es bunt, und auch erwachsene Männer geben sich mit einem goldenen Stift mehr Mühe. Und wenn Motivation mal so  einfach ist, sollte man das schamlos ausnutzen!

Scheren und Klebstifte braucht man für Zuordnungsaufgaben, bei denen z.B. Text zu Bildern geklebt wird. Besser zu handeln, aber teurer: Aufkleberpapier, das sich mit dem Drucker beschreiben lässt.

Arbeitsblätter erstelle ich am PC selbst oder lade sie aus dem Internet herunter; sie sollten optisch ansprechend sein und starken Aufforderungscharakter haben.

Spiele, Spiele, Spiele! Ich kaufe jedes Lesespiel, das ich im unteren Preissegment  finde  und habe selbst jede Menge Dominos und Memorys, Klammerspiele, Silbenpuzzles und Lesefächer erstellt. In der Linkliste finden sich viele Anregungen und Material zum Runterladen. Auch auf Flohmärkten wird man da manchmal fündig. Da wir uns ja sehr langfristig mit Buchstaben und Grundwortschatz beschäftigen, ist Abwechslung das A&O. Und wir wollen ja auch Spaß miteinender haben!  Da die Sachen lange halten müssen, sollte man sie laminieren.

Magnettafeln sind nützlich für Teilnehmer, die feinmotorisch nicht in der Lage sind zu schreiben. So können sie sich auch beteiligen. Ich habe jetzt auch ein uraltes Laptop „geerbt“, auf das ich noch ein Schreibprogramm aufspielen muss, und das dann auch im Lesekurs zum Einsatz kommen soll.

Das ist eigentlich alles, was man außer Tischen und Stühlen und ein bisschen Enthusiasmus braucht.

Ach ja, und natürlich die Anwesenheitsliste! Sie ist ja fast das Wichtigste! Da klebt jeder Teilnehmer jedesmal einen kleinen Aufkleber in seine Spalte, und wenn er 10mal da war, darf er in die Schatzkiste greifen. Da sind kleine Blöcke, Schlüsselanhänger, witzige Stifte, bunte Kulis oder auch kleine Süßigkeiten drin – und man kann sicher sein, dass jeden Donnerstag die Punkte gezählt werden.

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