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DAS LEBENSBUCH-PROJEKT

1. Februar 2009

Wichtig ist immer wieder die Frage:  Was kann man mit Lesen und Schreiben eigentlich anfangen? Diese Frage ist für Leute, die einen großen Teil ihres Lebens ganz gut „ohne“ zurecht gekommen sind, gar nicht so eindeutig. Unterhaltung bietet der Fernseher; Aufgabenlisten hängen zwar überall, aber die Betreuer weisen einen sowieso auf die Aufgaben hin, die man zu erfüllen hat. Überhaupt erledigen die Betreuer alles für einen, dafür hat man die ja.

Also müssen wir Verschriftungsanlässe finden, die für die Teilnehmer Sinn machen. Dazu gehören Einkaufslisten, Wunschzettel, Packlisten vor dem Urlaub, Urlaubs-, Weihnachts-, Osterkarten u.ä.

Jeder Mensch liebt außerdem eine gewisse Selbstdarstellung; das machen wir uns mit dem Lebensbuch-Projekt zunutze. Wir schreiben auf, wo jeder zur Schule gegangen ist, wann er wohin umgezogen ist, evtl. Details über seine Familie, was er arbeitet, was er gerne isst, wo er schon im Urlaub war etc.,  also im weitesten Sinne Biographisches. Die einzelnen Themen ergeben eine Loseblatt-Sammlung, die dann mittels Schiene zu einem Lebensbuch (das Deckblatt mit Foto wird laminiert) zusammengefasst wird.

Wirklich befriedigend ist dieses Unternehmen nicht, da natürlich nicht jeder in der Lage ist, auch nur Teile des Textes selbst zu verfassen. Das geht dann nur über Diktat > Vorschreiben > Abschreiben. Aber immerhin haben wir dann gelernt: Erleben kann schriftlich festgehalten und lesend erinnert werden.

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